• Offener Brief an die Bundesregierung!

Offener Brief an die Bundesregierung

COVID-19: Offener Brief an die Stadt Berlin wegen drohender Schließungen von Gastronomie- und Hotelbetrieben
An die Stadt Berlin und die Bundesregierung:

Die Wut in unseren Bäuchen steigt – da kaum eine „Hilfe“ ein „Paket“ oder ein „Programm“ uns vor der Insolvenz bewahrt.

Das Abwägen, wer die letzten Euro vom Konto bekommt ist unerträglich. Wie sollen wir die richtige Entscheidung treffen, zwischen Miete bezahlen, Mitarbeiter bezahlen, oder dem Lieferanten die letzte Rechnung begleichen?

Während die Tage verstreichen, sind wir dabei, unterzugehen. Wir haben keine Mittel mehr zur Verfügung, um unsere Existenzen aufrecht zu erhalten und fühlen uns im Stich gelassen. Gleichzeitig können wir unseren Verbindlichkeiten Mitarbeiter*innen und Lieferant*innen gegenüber nicht mehr nachkommen.
Wenn Ihr jetzt nicht für Klarheit und echte Soforthilfe sorgt, die nicht nur finanziell sein muss, war es das für die nächsten Jahre mit Berlins und Deutschlands insgesamt 2,4 Millionen Beschäftigten im Gastgewerbe – das sagen wir Euch in aller Deutlichkeit!

Wir wissen, dass Sie Ihr Bestes tun. Wir wissen auch, dass Sie unter großem Druck stehen und bereits einige Maßnahmen zur Unterstützung getroffen haben. Trotzdem müssen wir Ihnen mitteilen: Diese Maßnahmen helfen nicht, alle bisher getätigten Beschlüsse, wie beispielsweise die Bereitstellung von Überbrückungskrediten, sorgen für Aufschub der Probleme – nicht für Lösungen! Wir kommen aktuell nicht an die Soforthilfen, das bedeutet: Die meisten von uns sind wahrscheinlich bis zum Ende des Monats weg vom Fenster.

Was wir JETZT brauchen, um weitermachen zu können:

  • Sofortige und 100%ige Kostenübernahme aller Bruttogehälter (Vollzeit und Teilzeit), 60/67% Kurzarbeitergeld reichen nicht aus!
  • Mieten / Nebenkosten erlassen für die nächsten 3 Monate (erst wenn wieder Umsatz generiert wird, ist es möglich Mieten/Nebenkosten zu zahlen)
  • Kurzarbeitergeld muss direkt von den Arbeitsagenturen gezahlt werden und kann nicht von Gastronomen auf ungewisse Zeit vorgestreckt werden, keiner weiß, wann der
    Zahlungsrückfluss stattfindet.
  • Fortzahlungen für ausgefallene Arbeitsstunden für unsere Minijobber*innen und Auszubildende
  • Übernahme der Lohnfortzahlungen durch das Gesundheitsamt, auch bei Mitarbeitern, die vom AG als Vorsichtsmaßnahme bei berechtigtem Covid-19 Verdacht in Quarantäne geschickt wurden, die keine offizielle Amtsarzt-Bescheinigung haben

Darüber hinaus:

  • Steuernachlässe anstelle von Stundungen
  • Aussetzung der Insolvenz-Antragspflicht bis zum 01.03.2021
  • Rechtlicher Schutz vor Vollstreckungsmaßnahmen aufgrund von Dauerschuldverhältnissen (Miet-, Leasing- und Kreditverträge)
  • Gewährleistung, dass Ertragsausfall- Versicherungsverträge gelten und sich die Versicherungen nicht durch Kleingedrucktes aus der Verantwortung ziehen können.

Was können WIR tun? Sprecht mit uns!
#WirSindBereit Verantwortung zu übernehmen.

Sind wir systemrelevant für die Stadt?
Sollen wir den Betrieb aufrechterhalten, um eine Grundversorgung sicherzustellen? Wir sind bereit.

Sollen wir einen Lieferdienst für Risikogruppen hochziehen? Wir sind bereit.

Sollen wir einfache To-Go-Mahlzeiten für die Menschen in unseren Vierteln zur Verfügung stellen? Wir sind bereit.

Wir können das Catering für das entstehende Krankenhaus auf dem Messegelände übernehmen?

Bitte bedenkt: In der Gastronomie und in der Hotellerie gibt es keinen Nachholeffekt. Ein Essen, das wir heute nicht verkaufen, wird in zwei Monaten auch nicht doppelt verkauft. Wenn unsere Räumlichkeiten/Zimmer heute leer stehen, können in zwei Monaten nicht doppelt so viele Menschen kommen. Die Kosten aber türmen sich auf. Diese Rechnung geht nicht auf!
Wir waren immer für Berliner Bürger*innen und Tourist*innen da. Und wir wollen es weiterhin sein, auch in der Krise.

Helft uns, eine Basis für unser Fortbestehen zu schaffen. Sonst sind wir weg.

Kontakt: Ralf Steinacker
presse@spreegold.com

Unterstützer: L’Osteria, Chupenga Burritos & Salads, Haferkater, Vapiano, Eispatisserie Hokey Pokey, Florida Eis, Bonanza Coffee, Risa Chicken GmbH, Widynski-Roick GmbH, Recke Fleisch & Wurstwaren GmbH, Chams GmbH, Albaik